Websites sind die besten Recherche-Orte für Journalisten. Wenn Sie sich mit erfahrenen Journalisten über die Schwächen von Internetauftritten der Firmen unterhalten, so wie es die Redakteure von
„PR Praxis” häufig tun, dann hören Sie immer wieder dieselben Kritikpunkte:
- Der Pressebereich vieler Unternehmen ist geschlossen und nur über ein Passwort zugänglich. Originalton eines Wirtschaftsjournalisten: ‘Da klick ich gleich weiter zur Konkurrenz. Ich habe doch nicht die Zeit, darauf zu warten, bis mir ein Passwort zugeteilt wird.’
- Der Pressekontakt ist nicht auf der Startseite der Homepage zu finden.
- Pressemitteilungen im Archiv haben kein Datum, sind schlecht formuliert und können nicht heruntergeladen werden.
- Es gibt keine Fotos zum Herunterladen.
- Fotos sind in zu kleiner Auflösung und schlechter Qualität ohne Bildlegende und genaue Quellenangabe vorhanden.
So beheben Sie die Mängel
Wenn Sie nur einen der oben genannten Mängel auf Ihrer Homepage finden, dann ist das bereits Anlass genug für den Journalisten, sich Informationen über Ihr Unternehmen an anderer Stelle zu besorgen. Wer weiß, welche Meldungen das nun sind. Das sollten Sie nicht riskieren. Handeln Sie sofort.
1. Insidertipp: Journalisten wollen digitale Pressemappen. Fassen Sie die neuesten Pressemeldungen mit Titel, Vorspann und Daten zusammen, so dass der Journalist auf einen Blick den Inhalt der Presseinformation erfasst. Leiten Sie mit einem Link vom Titel direkt auf die komplette Pressemitteilung.
Richten Sie die Pressemappe so ein, dass die Pressemitteilung im Internet gelesen werden und als pdf-Dokument heruntergeladen werden kann. Lassen Sie von Ihrem Webdesigner auch die Funktionen ‘Drucken’ und ‘Weiterleiten’ einrichten.
2. Insidertipp: Links und rechts auf der Seite des Presseportals bieten Sie die Bilddatenbank, Reden, Statements, Produktpräsentationen, Ansprechpartner, Geschäftsberichte, Zahlenspiegel an.
3. Insidertipp: Verknüpfen Sie die Pressemitteilungen mit weiteren Dokumenten. Der Fachmann spricht von Hypertextualität. Über externe Links gelangt der Journalist zu weiteren Informationen wie Zahlen, Grafiken, Interviews als Audio-File und Bestellformularen eines Test-Exemplars.
4. Insidertipp: Geben Sie Ihrem Presseportal eine eigenständige Adresse, die sich zusammensetzt aus dem Firmennamen und dem Zusatz: presseportal.
5. Insidertipp: Richten Sie auf der Startseite gut sichtbar den Button: Presse oder Presseportal ein, so dass sich der Journalist sofort in seinen Bereich einklicken kann.
6. Insidertipp: Gliedern Sie den Pressebereich in folgende Rubriken: Aktuelle Pressemitteilungen, Pressearchiv, Pressefotos, Presseansprechpartner.
7. Insidertipp: Geben Sie Ihre Handynummer sowie Ihre direkte E-Mail-Adresse, Durchwahl-Telefonnummer als Unterpunkte der Hauptrubrik: Ansprechpartner an.
Lassen Sie von Ihrer IT-Abteilung Ihren E-Mail-Kontakt so einrichten, dass Sie Ihre E-Mails z. B. über Ihren Blackberry empfangen können. Installieren Sie einen Anrufbeantworter und hören Sie ihn von unterwegs aus ab. Beantworten Sie Presseanfragen innerhalb weniger Stunden. So sammeln Sie Pluspunkte beim kritischsten Journalisten.
8. Insidertipp: Halten Sie den Pressebereich genauso wie den gesamten Internetauftritt stets auf dem neuesten Stand.
9. Insidertipp: Hinterlegen Sie im Presseportal Zahlen, Firmengeschichte, Aufbau des Unternehmens, Geschäftsführer mit Foto, Mitarbeiterzahlen, Geschäftsfelder, Umsatzentwicklung im Vergleich zur Branche, Branchenentwicklung, Produktneuheiten, Produkt und Service-Palette, Fotos. Verlinken Sie die Produktneuheiten mit dem Bestellformular für Musteranfragen des Journalisten.
10. Insidertipp: Bieten Sie dem Journalisten an, Ihre Presseinformationen zu abonnieren. Richten Sie ein Feld ein, in das er seine E-Mail-Adresse eintragen kann. Auf diese Weise haben Sie auch gleich Ihren Presseverteiler erweitert bzw. gepflegt.
Unser Tipp: Listen Sie im Presseportal auch die wichtigsten Messen, Ausstellungen, Events sowie Anschriften von Verbänden Ihrer Branche auf. Sie erleichtern damit dem Journalisten seine Recherchearbeit.
Stellen Sie ihm auch ein Glossar der häufigsten Fachbegriffe und Abkürzungen ins Portal. Greifen Sie aktuelle Themen auf und geben Sie im Portal dazu Statements ab.
Fazit: Arbeiten Sie dem Journalisten sehr gut zu und er wird immer öfter auf Ihrer Homepage vorbeischauen.
Das ist die beste PR für Ihr Unternehmen. Beim nächsten Pressegespräch fragen Sie die Journalisten, wie sie Ihr Portal finden, was sie erwarten. Richten Sie Ihr Portal dann darauf aus bzw. ein.